Anfängerfehler im Hochzeitsmarkt

Mein großer Anfängerfehler im Hochzeitsmarkt

…oder “Warum du dir eine Nische suchen solltest!”

Wenn frisch gestartete Hochzeitsdienstleister mich um Rat fragen, worauf sie achten müssen, fallen mir meistens als erstes folgende Fragen ein:

  • Wer ist deine Zielgruppe?
  • An wen möchtest du deine Dienstleistungen verkaufen?
  • Was unterscheidet dich von deinen Mitbewerbern?

Meine Anfänge mit Hochzeitsportal24

Hochzeitsportal24Hätte mir mal jemand diese Fragen gestellt, als ich 2009 mit Hochzeitsportal24 angefangen habe: Meine Antwort auf die Zielgruppenfrage war die offensichtlichste und gleichzeitig am wenig hilfreichste “Meine Zielgruppe sind alle, die heiraten”. Weil ich es nicht besser wusste, hab ich das Ganze sogar noch weiter gefasst: “Alle, die auf eine Hochzeit gehen”.

Klar, wenn du Hochzeitsdienstleister bist, dann sind die Heiratenden deine Zielgruppe. Mit dieser Antwort unterscheidest du dich aber kein bisschen von allen anderen, die genau die gleiche Dienstleistung anbieten wie du.

 

Genau das hat dazu geführt, dass ich 3 Jahre gebraucht habe, um aus den Einnahmen aus meiner Firma leben zu können. Und das auch nur mit sehr harter Arbeit und langen, langen Nächten. Denn die ersten beiden Jahre habe ich Hochzeitsportal24 nebenberuflich betrieben und musste nachts und am Wochenende dafür arbeiten.

Ich hatte das Glück, mich auf dem deutschlandweiten Markt der Hochzeitsportale durchsetzen zu können. Zu der Zeit waren Seiten wie Hochzeit-Premium, Hochzeit.net, hochzeitstreff.de, wedding-tipp.de und heiratsportal.de für den Markt noch relevant.

Heute spielen viele davon nur noch eine untergeordnete Rolle oder haben das Geschäft völlig eingestellt. Wir haben zum Glück überlebt. Ich möchte mir nicht anmaßen, dass das nur am Können lag. Viele der vorher genannten Portale hatten/haben sehr fähige Leute. Aber in einem so großen Markt gehört eine Portion Glück eben manchmal auch dazu.

Lieber der kleiner Fisch im großen Teich oder ein großer Fisch im kleinen Teich?

Als Anfänger dachte ich, ich muss unbedingt “Alles für alle” anbieten. Wer kennt den Satz nicht “Wenn ich nur 1% vom Markt erreiche, dann…”?

Wenn dein Geschäftsmodell darauf basiert, dass du “Alles für alle” anbieten möchtest, dann wirst du auch automatisch sehr viel Konkurrenz haben. Nämlich alles und jeden. Kooperationen mit Mitbewerbern sind dann meist ausgeschlossen, denn du willst ja jeden potenziellen Kunden selbst haben.

Spezialisiere dich!

Ganz anders sieht es aus, wenn du dich spezialisierst, wenn du dich für eine ganz bestimmte Zielgruppe und nur für diese entscheidest. Der Kreis der potenziellen Kunden wird dann deutlich kleiner. Im gleichen Zug wirst du aber für die Zielgruppe für die du dich entschieden hast, um ein Vielfaches interessanter!

Sei lieber der große Fisch im kleinen Teich als der kleine Fisch im großen Teich. Als großer Fisch im kleinen Teich hast du das Sagen. Als kleiner Fisch im großen Teich kannst du zwar das große Potenzial sehen, aber du bekommst nur das, was die größeren Fische dir übrig lassen. Und wenn du Pech hat, wirst du von einem größeren Fisch gefressen.

Große und kleine Fische

© Depositphotos.com/designsstock

Die Nische ist Schlüssel zu einem erfolgreichen Business

Weddian App Hochzeitsmesse

© CHLietzmann

Mit Weddian haben wir unsere Lektion gelernt und haben uns damals einen Nischenmarkt herausgesucht: Deutsche Smartphone Apps für die Hochzeitsplanung.

Auch das war ein großes Risiko, denn die Entwicklung einer wirklich guten, komplexen App für ein Startup kann schnell mehr als 80.000€ und nicht selten sogar hohe 6-stellige Summen kosten.

Aber verglichen mit dem starken Markt der Hochzeitsportale war die Konkurrenz zu Beginn recht klein, denn es gab in Deutschland niemanden, der Know-how in der App-Entwicklung und in der Hochzeitsplanung hatte.

Mit einem guten Team und einem guten Produkt haben wir es geschafft in einem kleinen Markt schnell zum Marktführer zu werden. Wir wurden zum großen Fisch im kleinen Teich. Zuerst im Android-Teich. Dann im iPhone-Teich. Das war 2013.

Seitdem ist der App-Markt in Deutschland stark gewachsen und wir sind immer noch Marktführer. Der Teich wurde größer und wir dürfen jetzt der große Fisch in einem immer größer werdenden Teich sein.

Welchen Vorteil hat eine Nische für dich?

Wenn du dich nicht für eine Nische entscheidest, dann musst du sehr viel härter arbeiten und auch etwas mehr Glück haben, um dich im Markt behaupten zu können.

Wenn du dich aber entscheidest, den einfacheren Weg der Spezialisierung bzw. der Nische zu gehen, dann wird es für dich nicht nur leichter, sondern auch zufriedenstellender sein.

Der wunderbarste Nebeneffekt von Spezialisierung: Du wirst mehr Spaß an deinen Kunden und deinem Geschäft haben.

Also stell dir doch die Frage: Was macht dich außergewöhnlich? Und für welche Brautpaare ist das, was dich außergewöhnlich macht, besonders wichtig? Wer ist bereit für genau das mehr zu zahlen, als für einen 08/15-Anbieter?

Der wunderbarste Nebeneffekt von Spezialisierung: Du wirst mehr Spaß an deinen Kunden haben. Du kannst mit den Kunden arbeiten, die dir Spaß machen. Du arbeitest genau mit den Kunden, die so sind wie du. Kunden, die deine Werte, deine Vorstellungen und deine Ideen teilen und auch schätzen.

Weitere interessante Artikel:

Nichts verpassen:

Du möchtest gerne weiter über Marketingthemen für Hochzeitsdienstleister informiert werden? Dann trag dich hier kurz in unseren Newsletter ein!

Geschrieben von Raffael

Als Gründer von Hochzeitsportal24 ist Raffael Schulz seit 2007 in der Hochzeitsbranche zu Hause. Davor hat er International Business mit Schwerpunkt Marketing studiert und diese beiden Bereiche in Weddian geschickt verknüpft. Mit viel Freude teilt er Marketing-Tipps mit euch und kombiniert dabei unterhaltsam Fachwissen mit Beispielen aus der Praxis. Für Wortwitze – ob gut oder schlecht – ist der begeisterte American Football Spieler immer zu haben.

    3 Gedanken zu „Mein großer Anfängerfehler im Hochzeitsmarkt

    1. Gut gesprochen Amigo. In den Anfängen ist natürlich auch die Versuchung groß, jeden Auftrag/Kunden zu nehmen. Man braucht schließlich Geld. Aber wenn man sich spezialisiert und die Nummer 1 in seinem (kleinen) Markt ist, kann man deutlich höhere Margen erzielen. Die Wunschkunden sind eben nicht so preissensibel wie der Otto-Normal-Kunde.

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.